Slawischer Burgwall (Sielow)
Koordinaten
51.79652
14.29739
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Koordinaten
51.79652
14.29739
Kategorie
Ăber das Objekt
Die kaum mehr erkennbare Erhöhung eines slawischen Burgwalls datiert aus der Mitte des 9. Jahrhunderts. Seine Erbauer waren die Lusizer (Lusici), ein in der spÀteren Niederlausitz siedelnder westslawischer Stamm. Der Burgwall diente vor allem als LagerstÀtte und Fluchtort. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung verlor er seine Funktion.
Die slawischen Bewohner, gefĂŒhrt von einem Ăltesten, Suppan (âĆŸupanâ) genannt, wohnten gewöhnlich auĂerhalb des Burgwalls. Aus der Vorburgsiedlung entwickelte sich das Dorf âSeylowâ (Sielow/Ćœylow), das 1449 erstmals urkundlich erwĂ€hnt wurde. Im Zuge der Einwanderung frĂ€nkischer, sĂ€chsischer und weiterer Siedler sowie der Schaffung deutsch-dominierter Herrschaftsstrukturen ab dem 11. Jahrhundert wurden zahlreiche slawische BurgwĂ€lle zerstört und verloren ihre Bedeutung. Nur vereinzelt wurden sie von den neuen Obrigkeiten zu Verwaltungs- und Herrschaftssitzen ausgebaut. Beim Burgwall von Cottbus-Sielow war dies nicht der Fall.
Wissenschaftliche Grabungen am Burgwall insbesondere durch den Gubener Gymnasialprofessor Dr. Hugo Jentsch erbrachten 1938 unter anderem folgenden Befund: âDieser kĂŒnstlich errichtete Rundwall besaĂ zwei tiefe und breite RinggrĂ€ben [...]. An Beobachtungen liegen u. a. vor: Steinpflasterung, Lehmbewurf von HĂ€usern, Brandstellen, mittelslawische Scherben, tönerne Spinnwirtel, granitene Mahlsteine, Tierknochen, ein eiserner Sporn und zwei sehr gut erhaltene Sicheln, auch Eisenschlacken.â 1977 wurden nördlich und nordwestlich des Burgwalls altslawische GefĂ€Ăe mit PechrĂŒckstĂ€nden aufgefunden, die auf eine Vorburgsiedlung sowie die Praxis der Pechgewinnung bei den Lusizern schlieĂen lassen.
Seit der Wende zum 20. Jahrhundert diente die sog. âSielower Alte Schanzeâ als Bodenentnahmeareal fĂŒr das Gleisbett der Spreewaldbahn sowie zur Erhöhung des angelegten Ortsfriedhofes. Aus diesem Grund ist der Burgwall heute kaum noch erkennbar. 2022 wurde durch die Arbeitsgruppe âSorbische/wendische Denkmale der Stadt Cottbus â Serbske pomniki mÄsta ChĂłĆebuzâ mit UnterstĂŒtzung der Domowina-Ortsgruppe Sielow eine Informationstafel vor Ort errichtet.
Die slawischen Bewohner, gefĂŒhrt von einem Ăltesten, Suppan (âĆŸupanâ) genannt, wohnten gewöhnlich auĂerhalb des Burgwalls. Aus der Vorburgsiedlung entwickelte sich das Dorf âSeylowâ (Sielow/Ćœylow), das 1449 erstmals urkundlich erwĂ€hnt wurde. Im Zuge der Einwanderung frĂ€nkischer, sĂ€chsischer und weiterer Siedler sowie der Schaffung deutsch-dominierter Herrschaftsstrukturen ab dem 11. Jahrhundert wurden zahlreiche slawische BurgwĂ€lle zerstört und verloren ihre Bedeutung. Nur vereinzelt wurden sie von den neuen Obrigkeiten zu Verwaltungs- und Herrschaftssitzen ausgebaut. Beim Burgwall von Cottbus-Sielow war dies nicht der Fall.
Wissenschaftliche Grabungen am Burgwall insbesondere durch den Gubener Gymnasialprofessor Dr. Hugo Jentsch erbrachten 1938 unter anderem folgenden Befund: âDieser kĂŒnstlich errichtete Rundwall besaĂ zwei tiefe und breite RinggrĂ€ben [...]. An Beobachtungen liegen u. a. vor: Steinpflasterung, Lehmbewurf von HĂ€usern, Brandstellen, mittelslawische Scherben, tönerne Spinnwirtel, granitene Mahlsteine, Tierknochen, ein eiserner Sporn und zwei sehr gut erhaltene Sicheln, auch Eisenschlacken.â 1977 wurden nördlich und nordwestlich des Burgwalls altslawische GefĂ€Ăe mit PechrĂŒckstĂ€nden aufgefunden, die auf eine Vorburgsiedlung sowie die Praxis der Pechgewinnung bei den Lusizern schlieĂen lassen.
Seit der Wende zum 20. Jahrhundert diente die sog. âSielower Alte Schanzeâ als Bodenentnahmeareal fĂŒr das Gleisbett der Spreewaldbahn sowie zur Erhöhung des angelegten Ortsfriedhofes. Aus diesem Grund ist der Burgwall heute kaum noch erkennbar. 2022 wurde durch die Arbeitsgruppe âSorbische/wendische Denkmale der Stadt Cottbus â Serbske pomniki mÄsta ChĂłĆebuzâ mit UnterstĂŒtzung der Domowina-Ortsgruppe Sielow eine Informationstafel vor Ort errichtet.
Ăber das Objekt
Die kaum mehr erkennbare Erhöhung eines slawischen Burgwalls datiert aus der Mitte des 9. Jahrhunderts. Seine Erbauer waren die Lusizer (Lusici), ein in der spÀteren Niederlausitz siedelnder westslawischer Stamm. Der Burgwall diente vor allem als LagerstÀtte und Fluchtort. Im Zuge der deutschen Ostsiedlung verlor er seine Funktion.
Die slawischen Bewohner, gefĂŒhrt von einem Ăltesten, Suppan (âĆŸupanâ) genannt, wohnten gewöhnlich auĂerhalb des Burgwalls. Aus der Vorburgsiedlung entwickelte sich das Dorf âSeylowâ (Sielow/Ćœylow), das 1449 erstmals urkundlich erwĂ€hnt wurde. Im Zuge der Einwanderung frĂ€nkischer, sĂ€chsischer und weiterer Siedler sowie der Schaffung deutsch-dominierter Herrschaftsstrukturen ab dem 11. Jahrhundert wurden zahlreiche slawische BurgwĂ€lle zerstört und verloren ihre Bedeutung. Nur vereinzelt wurden sie von den neuen Obrigkeiten zu Verwaltungs- und Herrschaftssitzen ausgebaut. Beim Burgwall von Cottbus-Sielow war dies nicht der Fall.
Wissenschaftliche Grabungen am Burgwall insbesondere durch den Gubener Gymnasialprofessor Dr. Hugo Jentsch erbrachten 1938 unter anderem folgenden Befund: âDieser kĂŒnstlich errichtete Rundwall besaĂ zwei tiefe und breite RinggrĂ€ben [...]. An Beobachtungen liegen u. a. vor: Steinpflasterung, Lehmbewurf von HĂ€usern, Brandstellen, mittelslawische Scherben, tönerne Spinnwirtel, granitene Mahlsteine, Tierknochen, ein eiserner Sporn und zwei sehr gut erhaltene Sicheln, auch Eisenschlacken.â 1977 wurden nördlich und nordwestlich des Burgwalls altslawische GefĂ€Ăe mit PechrĂŒckstĂ€nden aufgefunden, die auf eine Vorburgsiedlung sowie die Praxis der Pechgewinnung bei den Lusizern schlieĂen lassen.
Seit der Wende zum 20. Jahrhundert diente die sog. âSielower Alte Schanzeâ als Bodenentnahmeareal fĂŒr das Gleisbett der Spreewaldbahn sowie zur Erhöhung des angelegten Ortsfriedhofes. Aus diesem Grund ist der Burgwall heute kaum noch erkennbar. 2022 wurde durch die Arbeitsgruppe âSorbische/wendische Denkmale der Stadt Cottbus â Serbske pomniki mÄsta ChĂłĆebuzâ mit UnterstĂŒtzung der Domowina-Ortsgruppe Sielow eine Informationstafel vor Ort errichtet.
Autor:in der Objektbeschreibung
Atanasov, Katja
Roggan, Alfred
Schurmann, Peter
(01.12.2025)
Roggan, Alfred
Schurmann, Peter
(01.12.2025)
Autor:in der Objektbeschreibung
Atanasov, Katja
Roggan, Alfred
Schurmann, Peter
(01.12.2025)
Literaturhinweise
ReiĂmann, Kurt 1938: Die KunstdenkmĂ€ler der Provinz Brandenburg. Die KunstdenkmĂ€ler des Stadt- und Landkreises Cottbus, Berlin, S. 17.
Tzschentke, Bernd 1979: Slawische GefĂ€Ăe mit Pechresten von Sielow, Kreis Cottbus-Land: In: Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus (Niederlausitzer Studien), H. 13, S. 149â151.
Die Slawen in Deutschland. Ein Handbuch, hrsg. v. Joachim Herrmann, Berlin (Ost) 1985, S. 17.
Literaturhinweise
ReiĂmann, Kurt 1938: Die KunstdenkmĂ€ler der Provinz Brandenburg. Die KunstdenkmĂ€ler des Stadt- und Landkreises Cottbus, Berlin, S. 17.
Tzschentke, Bernd 1979: Slawische GefĂ€Ăe mit Pechresten von Sielow, Kreis Cottbus-Land: In: Geschichte und Gegenwart des Bezirkes Cottbus (Niederlausitzer Studien), H. 13, S. 149â151.
Die Slawen in Deutschland. Ein Handbuch, hrsg. v. Joachim Herrmann, Berlin (Ost) 1985, S. 17.
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