Lebendiges Kulturerbe
Zapust
Seit Ende des 19. Jahrhunderts findet ein von Musikanten begleiteter Festumzug der Jugend in der Niederlausitz statt, in der Regel an einem Sonnabend oder Sonntag nach dem Zampern. Die Mädchen tragen ihre Tanztracht, die jungen Männer einen schwarzen Anzug und Hut. Ein aus Papierblumen gefertigter Zapuststrauß ziert Hut oder Revers. Nach einem ersten Tanz im Saal und einem gemeinsamen Foto aller beteiligten Paare werden Dorfbewohner wie Bürgermeister, Pfarrer und andere verdienstvolle Einwohnerinnen und Einwohner besucht. Es wird mit ihnen auf dem Hof eine Runde getanzt und ein Zapuststrauß überreicht. Die Teilnehmenden des Festumzugs erhalten einen kleinen Imbiss oder eine Spende in die Fastnachtskasse. Der Umzug endet am Abend mit dem Fastnachtstanz, zu dem alle Einwohner eingeladen sind.
Es ist lebendiges Kulturerbe, das sich durch seine Dynamik auszeichnet. Das bedeutet, dass es sich in der Ausführung und Weitergabe über Generationen hinweg wandelt und anpasst. Dadurch wird es tradiert und bleibt lebendig. Das kann sich zum Beispiel darin ausdrücken, dass der Zapust ohne Umzug und nur mit Tanz stattfindet.